Was ist Qualitätssicherung?
Die Qualitätssicherung (QS), auch als Quality Assurance (QA) bezeichnet, umfasst alle organisatorischen und technischen Maßnahmen, die sicherstellen sollen, dass ein Produkt oder eine Dienstleistung die zuvor festgelegten Qualitätsanforderungen erfüllt. Eng verwandt ist die Qualitätskontrolle (QK) oder Quality Control (QC), die sich stärker auf die Überprüfung fertiger Ergebnisse konzentriert, während QS prozessbegleitend arbeitet.
Im Kern geht es bei der Qualitätssicherung darum, Vertrauen zu schaffen, dass definierte Qualitätsstandards eingehalten werden – sowohl gegenüber Kunden als auch innerhalb des Unternehmens.
Beispiel für Qualitätssicherung
Ein Automobilzulieferer produziert sicherheitskritische Bauteile. Die Qualitätssicherung sorgt dafür, dass:
- Prüfverfahren definiert werden (z. B. Stichprobenkontrollen während der Fertigung).
- Prozesse standardisiert sind (z. B. nach ISO 9001).
- Dokumentationen vorhanden sind, um die Einhaltung der Normen nachzuweisen.
- Korrekturmaßnahmen eingeleitet werden, sobald Abweichungen auftreten.
Dadurch wird gewährleistet, dass jedes Bauteil die vereinbarten Toleranzen einhält und für den Einsatz im Fahrzeug zugelassen werden kann.
Vorteile der Qualitätssicherung
- Erhöhung der Produkt- und Dienstleistungsqualität.
- Höhere Kundenzufriedenheit durch verlässliche Standards.
- Fehler und Abweichungen werden frühzeitig erkannt → geringere Kosten durch Nacharbeit oder Reklamationen.
- Schafft Vertrauen bei Vertragspartnern, z. B. durch Zertifizierungen.
Nachteile der Qualitätssicherung
- Zusätzlicher organisatorischer und dokumentarischer Aufwand.
- Gefahr von Bürokratie, wenn Prozesse zu starr gestaltet sind.
- Kann Innovationsgeschwindigkeit bremsen, wenn Änderungen langwierige Prüfverfahren durchlaufen müssen.
Tipps für die Praxis
- Werkzeuge nutzen: Qualitätsmanagement-Systeme (QMS) unterstützen bei der Dokumentation, Nachverfolgung und Auswertung.
- Prozesse dokumentieren: Klare Abläufe und Standards definieren, die für alle Beteiligten verständlich sind.
- Regelmäßige Audits: Interne und externe Prüfungen helfen, die Einhaltung der QS-Vorgaben sicherzustellen.
- Fehlerkultur fördern: QS sollte nicht nur als Kontrolle verstanden werden, sondern als Chance, kontinuierlich besser zu werden.
- Risikoorientiert vorgehen: Besondere Aufmerksamkeit auf die Bereiche legen, in denen Fehler den größten Schaden anrichten könnten.
Qualitätssicherung bei Software
In der Softwareentwicklung umfasst Qualitätssicherung (QS) alle Maßnahmen, die dazu beitragen, die Qualität von Softwareprodukten und -prozessen sicherzustellen. Dabei geht es nicht nur um die Fehlerfreiheit des Codes, sondern auch um Kriterien wie Benutzerfreundlichkeit, Performance, Sicherheit und Wartbarkeit.
Ein zentrales Ziel ist es, Fehler möglichst früh im Entwicklungsprozess zu erkennen, da deren Behebung in späten Phasen deutlich teurer und aufwendiger ist.
Beispiel
Bei der Entwicklung einer Banking-App könnten Maßnahmen der Qualitätssicherung sein:
- Code Reviews durch Kollegen, um Logik- und Sicherheitsfehler frühzeitig aufzudecken.
- Automatisierte Tests (Unit-Tests, Integrationstests), die kontinuierlich im Build-Prozess laufen.
- Statische Code-Analyse, um Verstöße gegen Programmierstandards oder potenzielle Schwachstellen zu identifizieren.
- Usability-Tests, um sicherzustellen, dass die App auch für Endanwender intuitiv nutzbar ist.
Tipps für die Praxis
- Shift Left Testing: QS-Aktivitäten möglichst früh in den Entwicklungsprozess integrieren, statt sie erst am Ende durchzuführen.
- Automatisierung nutzen: Regressionstests und Build-Checks sollten automatisiert ablaufen, um kontinuierliche Qualität sicherzustellen.
- Standards definieren: Einheitliche Coding-Guidelines und Dokumentationsrichtlinien erleichtern die Zusammenarbeit.
- QS als Teamaufgabe verstehen: Qualität ist nicht allein Aufgabe von Testern, sondern betrifft Entwickler, Product Owner und Tester gleichermaßen.
- Messbar machen: Qualität mit Metriken wie Testabdeckung, Fehlerraten oder Code-Komplexität überwachen.
