Der pragmatische Projektmanager (Diskussion der Rolle des Projektmanagers)

Es gibt zwei besonders extreme Spezies von Projektmanagern, bei denen man sich etwas in Acht nehmen sollte: Die Charismatiker und die Technokraten. Die Charismatiker (primär von der Fachseite (Nutzerseite) kommend) stützen sich fast vollständig auf ihre Sozialkompetenzen. Es ist ihnen wichtig die „Mannschaft“ zu motivieren und das gemeinsame Ziel einzuschwören. Sie halten viele Meetings und führen die Mitarbeiter im Gespräch. Da dem Team eine untergelegte Methode fehlt, geht alles schief, sobald der Projektmanager im Urlaub ist.

Die Technokraten (primär aus der IT kommend) haben einen starken Fokus auf Methoden und Vorgehensmodellen. Sie führend unzählige Listen und Systeme in das Projekt ein. Dabei unterschätzen sie die Notwendigkeit der Akzeptanz der angewendeten Methoden durch das Team. Mitarbeiter sind aus ihrer Sicht vollständig ersetzbar durch andere Personen mit einem ähnlichen Skillprofil – zu jedem Zeitpunkt.

 

Dazwischen gibt es die Pragmatiker mit großem methodischem Hintergrundwissen. Sie wissen, dass sich alle Projekte unterscheiden und dass er für jedes einzelne Projekt einen neuen, passenden Ausschnitt aus seinem Methodenbaukasten finden muss. Diese Methoden führt er in das Projekt ein und stellt sicher, dass alle die Methoden verstanden haben und sich alle daranhalten.

Zitat von Berthold Brecht über Führer und die, die die Arbeit machen.

Verhaltenskodex und Ethik (Wie sollte sich ein Projektmanager oder Projektleiter verhalten?)

Von PMI werden im „Code of conduct“ Forderungen an das Verhalten von Projektmanager (PM) gestellt. Ziel ist eine zunehmende Professionalisierung des Projektmanagements.

  • Hierunter fallen bei PMI alle Regeln bezüglich der Zertifizierung und dem Nachweis von erworbenem Wissen, um die Zertifizierung zu erhalten.
  • Der Projektmanager hat in seiner Berufspraxis Gesetze, Regeln einzuhalten. Er ist nicht bestechlich.
  • Daneben ist jeder Projektmanager dazu verpflichtet, an der aktiven Weiterentwicklung der Projektmanagement-Wissensbasis zu arbeiten. Dazu gehört, dass er Vorträge hält, bzw. besucht. Er soll die Ausbildung von neuen Projektmanagern unterstützt oder sein Wissen in zur Verfügung stellen (Wir laden Sie ein, Beiträge für diese Webseite zu schreiben).

Die beiden großen Projektmanagementsverbände (PMI und GPM/IPMA) organisieren Arbeitsgruppen zu einzelnen Themen, in die sich jeder Projektmanager einbringen kann. IT-Projektmanager bringen sich in der Fachgruppe Projektmanagement der Gesellschaft für Informatik e.V. ein, da es dort einen guten Austausch untereinander und attraktive Veranstaltungen gibt, um neues Wissen zu erwerben oder neue Kontakte zu knüpfen.

Die Sicherstellung der persönlichen Integrität des Projektmanagers wird von allen Verbänden als eine der wichtigsten Verhaltensweisen im Projekt angesehen. Es wird vom Projektmanager erwartet, dass er die Methoden des Projektmanagements beherrscht und anwendet. Außerdem ist er – wie schon oben erwähnt – allen Stakeholdern eines Projekts verpflichtet. Daher kann er Meinungsverschiedenheiten respektieren und tragfähige Kompromisse vorzuschlagen.