Basis-Testfallmenge

Was ist eine Basis-Testfallmenge?

Eine Basis-Testfallmenge (auch Testfall-Grundmenge) bezeichnet eine Menge von Testfällen, die aus der internen Struktur einer Komponente oder Spezifikation abgeleitet wird, um eine vollständige Überdeckung eines festgelegten Überdeckungskriteriums zu gewährleisten. Das Ziel ist es, durch die Auswahl dieser Testfälle sicherzustellen, dass alle relevanten Aspekte des Systems getestet werden. Ein häufiges Beispiel ist die Zweigüberdeckung, bei der jeder Entscheidungspunkt im Code mindestens einmal durchlaufen werden muss.

Merkmale

  • Abgeleitet aus der internen Struktur des Systems oder der Spezifikation
  • Ziel: Vollständige Überdeckung eines festgelegten Überdeckungskriteriums (z. B. Zweigüberdeckung, Pfadüberdeckung, Bedingungen).
  • Beinhaltet die Mindestanzahl von Testfällen, die nötig sind, um ein spezifisches Testziel zu erreichen.
  • Testfälle decken alle möglichen Pfade, Entscheidungen oder Bedingungen ab, je nach gewähltem Kriterium.

Beispiel
Angenommen, eine Software enthält eine Funktion, die den Status eines Bestellvorgangs überprüft:

  • Wenn die Bestellung bezahlt ist, wird sie als „abgeschlossen“ markiert.
  • Wenn die Bestellung nicht bezahlt ist, wird sie als „offen“ markiert.
    In diesem Fall könnte die Basis-Testfallmenge die folgenden Testfälle umfassen:
  • Testfall 1: Bestellung „bezahlt“ – Erwartetes Ergebnis: Status = „abgeschlossen“.
  • Testfall 2: Bestellung „nicht bezahlt“ – Erwartetes Ergebnis: Status = „offen“.
    Die Zweigüberdeckung wäre hier erreicht, weil beide möglichen Zweige (bezahlt/nicht bezahlt) getestet werden.

Hinweise für die Praxis

  • Um sicherzustellen, dass das System korrekt funktioniert, kann die Basis-Testfallmenge regelmäßig angepasst werden, wenn sich Anforderungen oder Designänderungen ergeben.
  • Eine Basis-Testfallmenge sollte so gewählt werden, dass sie möglichst effizient alle relevanten Aspekte des Systems abdeckt, ohne unnötige Redundanzen zu erzeugen.
  • Sie ist besonders nützlich, um sicherzustellen, dass grundlegende Funktionalitäten und Randbedingungen geprüft werden.
  • Testdesign-Techniken wie Äquivalenzklassentests, Grenzwertanalyse oder Entscheidungsbaumtests helfen, eine vollständige und präzise Basis-Testfallmenge zu erstellen.