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1 Einleitung

Der folgende Artikel soll einen Überblick über die Themen des Testmanagements in Verbindung mit einer konkreten Handlungsempfehlung geben. Testmanagement umfasst die „Planung, Aufwandsschätzung, Überwachung und Kontrolle von Testaktivitäten, die üblicherweise durch einen Testmanager erfolgen“ [ISTQB-Glossar].

Da jedoch alle Unternehmen unterschiedlich sind, ist das Verfahren an die Gegebenheiten des jeweiligen Unternehmens anzupassen.

 

Davon unbenommen ist natürlich eine notwendige Vereinheitlichung des Testwortschatzes und der Testtools auf einen einheitlichen Standard, welche in einem Unternehmen verwendet werden.

 

Daher kann der Testmanagement-Blueprint nur eine Handlungsempfehlung für den jeweiligen Testmanager sein.

 

Das Dokument geht der Einfachheit halber von einem „Wasserfallmodell“ (Fachkonzept -> DV-Konzept -> Testvorbereitung -> Umsetzung -> Testdurchführung -> Abnahme -> Abschluss) für den gesamten Projektverlauf aus. Die Inhalte sollten sich aber einfach auch auf iterative oder agile Vorgehensmodelle übertragen lassen.

 

1.1 Ziele des Testmanagements

 

Das Testmanagement verfolgt dabei im Einzelnen folgende Ziele:

1.1.1 Einheitliches Testvorgehen

Durch ein standardisiertes und einheitliches Testvorgehen wird die Testaktivität nachvollziehbar für Dritte. Dadurch werden die Testaktivitäten skalierbar und es können kurzfristig zusätzliche Testmitarbeiter in das Projekt eingebracht werden.

 

Question: What is the difference between a methodologist and a terrorist?

Answer: You can negotiate with a terrorist.

 

Die Gefahr einer Überbürokratisierung durch die Standardisierung kann begegnet werden, indem die einzelne Testaktivitäten und Ergebnistypen optional definiert werden. Kein Standard kann für alle Projekte passen, daher ist es unerlässlich, dem Testmanager den Spielraum zu lassen, die Elemente zu wählen, welche er für den erfolgreichen Testabschluss benötigt.

Die Begrifflichkeiten im Testumfeld sollten für das gesamte Unternehmen eindeutig definiert sein. Dabei sind möglichst die standardisierten Begriffe (siehe Glossar) zu verwenden.

 

1.1.2 Einheitliches Testreporting

Das „allgemeine Interesse“ durch Kunden oder Lenkungsausschuss an Test steigt in der Regel mit dem Fortschreiten des Projekts. Da das Testreporting in der Regel durch unterschiedliche Teststufen, Fehlerklassen, Testprioritäten, Testanlagen, etc. komplex ist, wird es schnell erklärungsbedürftig, was zusätzlichen Aufwand erzeugt.

Durch ein einheitliches Testreporting über alle Projekte (definiertes Layout, definierte Metriken), wird die Transparenz über den Testfortschritt erhöht und der Kunde/Lenkungsausschuss bekommt eine klarere Entscheidungsgrundlage. Der Erklärungsaufwand sinkt im Zeitverlauf.

 

1.1.3 Erhöhung der Qualität der Anwendungen

Die These, dass ein einheitliches Testmanagement für eine höhere Qualität der Anwendungen sorgt, impliziert, dass das „vorherige“ uneinheitliche Testmanagement keine hohe Qualität erzeugt hat. Dies ist sicher nicht in allen Fällen richtig.

Auf der anderen Seite, war die Qualität der Anwendungen vor Einführung von einheitlichen Metriken vielleicht einfach nicht messbar.

 

1.1.4 Verbindlichkeit der Testaktivität

Ein einheitliches Testmanagement erlaubt dem Testmanager eine Bezugnahme auf eben dieses Vorgehensmodell. Auf diese Weise muss er nicht in jedem Projekt mühsam mit den Stakeholdern diskutieren, welche Testaktivitäten nun durchzuführen sind.

Dies ist insbesondere dann treffend, wenn es sich beim Unternehmen nicht um eine projektorientierte Organisation oder zumindest eine „starke Matrixorganisation“ handelt.

Durch die Verbindlichkeit des Vorgehensmodells kann er sich von Anfang an auf die Umsetzung konzentrieren und nicht auf die „ob oder ob nicht“ Diskussion.

Ein Vorgehensmodell definiert klare Rollen und Verantwortlichkeiten.

 

1.1.5 Effizienter Ressourceneinsatz

Ist das Prozessmodell bekannt, können die Ressourcen von Anfang an gezielt eingeplant werden. Durch die Unterschiedlichkeit der Projekte können frühzeitig Schwerpunkte für wichtige Themen identifiziert werden. Es tritt eine Lernkurve im Verlauf mehrerer Projekte ein.

 

1.1.6 Verwendung von standardisierten Checklisten und Vorlagen

Die Durchführung der Testaktivitäten wird vereinfacht, wenn schon benutzbare Checklisten und Vorlagen vorliegen. Neue Mitarbeiter können mit einem definierten Prozess und definierten Ergebnistypen schneller auf die Themen aufgesetzt werden. Auch hier gilt, dass die Vorlagen vom Testmanager anpassbar sein müssen, damit sie jeweils auf die Bedürfnisse des jeweiligen Projekts zugeschnitten werden können.

 

1.2 Abgrenzung

Der Testmanagement-Blueprint beschäftigt sich ausdrücklich nicht mit den konkreten Testausführungsaktivitäten, sondern nur mit der Steuerung. Für Testmethode und deren Unterthemen gibt es ausreichende Literatur, auf die hier verwiesen sei.

Konkrete Buchempfehlungen finden Sie unter Qualitätssicherung – Quellen.