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Die Verifikation von Anforderung beinhaltet die Idee Anforderungen qualitativ messbar zu machen. Aber was ist eine gute Anforderung?
Schauen wir uns beispielsweise folgende Nicht-Funktionale-Anforderung aus einer fachlichen Spezifikation (Fachkonzept) an:
Die Bildschirmmaske muss schnell sichtbar sein.
Was bedeutet schnell? Ein Informatiker, der weis dass zur Anzeige der fraglichen Information drei Datenbanken untersucht werden müssen empfindet zehn Sekunden vermutlich als schnell. Der Anwender empfindet alles über zwei Sekunden als langsam. Leider fehlt dem anforderndem Kunden oft die Fachkompetenz, dies auf den ersten Blick zu erkennen. Spricht man ihn auf das Thema an, wird die Spezifikation umgewandelt in:
Die Bildschirmmaske muss im neuen System genauso schnell sichtbar sein, wie im alten System.
Schon besser, aber noch nicht explizit genug! Außerdem haben die Entwickler vielleicht nur auf das Testsystem mit geringer Hardwareausstattung der alten Anwendung Zugriff und rechnen wieder mit 10 Sekunden...
Nach welchen Regeln kann nun der Tester eine Anforderung prüfen?
• Verständlichkeit
Eine Anforderung ist verständlich, wenn sachkundige Leser die Anforderung an sich und den Zweck der Anforderung verstehen können.
• Genauigkeit
Die Beschreibung der Anforderung muss mit ihren verbalen Aussagen und Beschreibungen ausreichend präzise sein, um den gewünschte Umsetzung und den gewünschten Test sicherstellen. Die Anforderung beschreibt tatsächlich, was der Kund wünscht.
• Widerspruchsfreiheit
Nichtvorhandensein sich entgegenstehender Aussagen in einer Anforderung. Die Anforderungen müssen den fachlichen und technische Gegebenheiten entsprechen, anderenfalls wird das falsche System beschrieben.
• Aktualität
Aktualität ist gegeben, wenn die Inhalte von Anforderungsbeschreibung aktuell sind.
• Identifizierbarkeit
Eindeutige Ansprechbarkeit der Teile von Anforderungen, die Angaben zu einem abgegrenzten Sachverhalt oder System machen. Identifizierbarkeit wo die Anforderung Auswirkungen auf das System hat. Es macht Sinn in großen Projekten, die Anforderungen in Gruppen (z.B. nach Testobjekt) einzuteilen, so dass diese getrennt betrachtet werden können (-> Subsystembildung).
• Konsistenz (Korrektheit)
Anforderungen sind konsistent, wenn ihre Inhalte aufeinander abgestimmte Ziele (Zwecke) und Realisierungswege verfolgen und die Beschreibung einer Anforderung mit jeweils geltendem Zustand aller anderen Anforderungen übereinstimmt. (anforderungsinterne und anforderungsübergreifende Widerspruchsfreiheit). Konsistente Verwendung von Begriffen über die verschiedenen Anforderungen.
• Vollständigkeit
Vorhandensein der vollständigen Information in einer Anforderungsbeschreibung, welche notwendig ist um das Thema zu planen, implementieren und zu testen. Es wurden keine Anforderungen vergessen, weil sie beispielsweise implizit erwartet wird. Zusätzlich werden zu jeder funktionalen Anforderungen (oder gesondert) die nicht-funktionalen Anforderungen erfasst.

Im zweiten Schritt sollten folgende Aspekte untersucht werden:
Notwendigkeit und Priorität
Die Notwendigkeit, genau diese Anforderung zu implementieren für das Projektziel. Abhängigkeit anderer Anforderungen von dieser Anforderung. Priorität der Anforderung aus Kundensicht.