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Die einzelnen Methoden, die ein Projektmanager anwenden kann, sind jeweils eindeutig den neun Wissengebieten zuzuordnen:

  • Integrationsmanagement
  • Inhalts- und Umfangsmanagement
  • Terminmanagement
  • Kostenmanagement
  • Qualitätsmanagement
  • Personalmanagement
  • Kommunikationsmanagement
  • Risikomanagement
  • Beschaffungsmanagement

 

Die Zuordnung zwischen Projektprozess / Methode und Wissensgebiet basiert also auf dem Inhalt der jeweiligen Methode.
Selbstverständlich gehört zur erfolgreichen Durchführung eines Projektes noch mehr Wissen. Beispielsweise branchenspezifisches Wissen, Recht, IT-Wissen, allgem. Managementwissen usw. Dieses projektspezifische Wissen wird hier nicht näher betrachtet, um eine redundante Betrachtung zu vermeiden.

Mit der Frage, wann welche Methode anzuwenden ist, beschäftigt sich die Gruppierung der PM-Prozesse. Hierbei werden folgende fünf Prozessgruppen beschrieben:
1. Initiierung
2. Planung
3. Ausführung
4. Steuerung (im Sinne von Kontrolle/Messung)
5. Abschluss

Prozessgruppen im Projektmanagement
Prozessgruppen im Projektmanagement

 

Mit anderen Worten ist die Einordnung der Prozesse und Methoden in Prozessgruppen nur ein anderes Einordnungssystem als die Einordnung in Wissensgebiete. Welchen Zugang Sie wählen hängt letztendlich von den Zielen (Nachschlagen oder Lernen) ab - kennen und verstehen sollten Sie beide Systematiken.

Bevor die Inhalte der jeweiligen Prozessgruppen näher beschrieben werden muss unbedingt noch der Zusammenhang zwischen den Projektphasen ("iteratives Hinarbeiten") und den Prozessgruppen aufgezeigt werden.
In der Regel werden in jeder Projektphase alle Projektmanagementprozessgruppen durchlaufen.
Diese Betrachtung ermöglicht die Trennung von PM-Prozessen und Projektprozessen.



Endkopplung von Projektmanagement und Projektprodukterstellung



Die Grafik deutet diese Überlagerung an. Die einzelnen Projektmanagementprozesse werden mehr oder minder in (fast) jeder Projektphase angewendet. Werden beispielsweise die Planungsprozesse betrachtet, gibt es natürlich am Projektbeginn eine Gesamtplanung - diese ist jedoch auf einem groben Niveau. Da das Wissen über das Projekt mit der vergehenden Zeit zunimmt, macht es Sinn in jeder Projektphase eine
Detailplanung für die jeweilige Projektphase durchzuführen. Ähnlich verhält es sich mit dem Initiierungsprozess: es gibt bei Projektbeginn, je nach Projekt- oder Unternehmenskultur eine Projektinitiierung. Dies wird oft durch Kickoff Meeting, Projektstartworkshop oder ähnliche Events zum Ausdruck gebracht. Des weiteren macht es jedoch Sinn vor jeder neuen Projektphase einen Phasenkickoff durchzuführen, um das Team und die anderen Stakeholder auf die jeweiligen Erfordernisse der neuen Projektphase aufmerksam zu machen.
Eine wichtige Aufgabe des Projektmanagers ist die Feststellung, welche der Projektmanagementprozesse tatsächlich in der notwendigen Projektphase anzuwenden sind.
Beispielsweise wird das Beschaffungsmanagement hauptsächlich zu Projektanfang laufen und in späteren Projektphasen nur noch punktuell (z.B. bei Krankheitsfällen oder anderen Personalengpässen) relevant sein. Daher liefert der Werkzeugkasten für Projektleiter eine Reihe von Werkzeugen, welche in den Wissensgebieten beschrieben werden.
Es sind sog. Vorgehensmodelle im Umlauf, welche versuchen diese Schwierigkeit zu mindern indem Sie, vorschreiben, wann welche Projektmanagementprozesse durchzuführen sind. Dies funktioniert meist nur in einem engen Rahmen einer bestimmten Projektart.