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Prinzipien der Führung

Verantwortung übernehmen

Verantwortung zu übernehmen fängt beim Projektleiter an.

Niemand übernimmt Verantwortung für ein Thema, mit dem er sich nicht identifizieren kann. Dies ist sowohl für den Projektleiter wichtig, als auch für die Projektmitarbeiter. Das ganze Projektteam muss das (die) Unternehmensziel(e) kennen und den Nutzen des Projekts für das Unternehmen kennen. Daher ist es wichtig auch bei den kleinteiligen Aufgaben im Projekt immer den Kontext zum nächsthöheren Ziel herzustellen. (Dies funktioniert nur, wenn die Unternehmensziele und Projektziele verständlich, nachvollziehbar und wenig esoterisch sind.)

Beispiel einer Argumentationsfolge:

  • Diese Analyse ist wichtig, damit das Fachkonzept vollständig und rechtzeitig erstellt wird.
  • Mit diesem Fachkonzept verbessern wir das System XY und können dem Kunden in Zukunft schon drei Tage früher als heute eine wichtige Information zu seinem Auftrag geben.“
  • Dies unterstützt das Unternehmensziel, dass wir dem Kunden gute Produkte liefern wollen und ihm jederzeit sagen können, wie weit sein Auftrag ist.
  • Daher brauchen wir genau diese Analyse noch diese Woche.

Extrinsische Motivation (von äußeren Reizen getriebene Motivation) hält nicht lange an und wird kaum einen Unterschied im Projekt machen. Daher ist Selbstmotivation eine wichtige Fähigkeit beim Projektleiter und den Projektmitarbeitern. Es ist die Aufgabe des Projektleiters, die Mitarbeiter bei der Selbstmotivation zu unterstützen, indem er klare, verbindliche und vor allem erreichbare (realistic) - Ziele setzt und den Zweck der Aufgabe erläutert. (siehe Abschnitt Ergebnisorientierte Aufgabenbeschreibung)

Der Projektleiter praktiziert Selbstverantwortung. Das bedeutet, er ist für alles verantwortlich, was in seinem Projekt passiert. Konfliktfälle wird der Projektleiter durch Mittel, wie Umleitung des Mitarbeiters auf konkretisierte oder passendere Aufgabenstelllugen oder konstruktive Kritik lösen.

Es ist die Aufgabe des Projektleiters aus Fehlschlägen die Konsequenzen zu ziehen.

Zur Übernahme von Verantwortung gehören drei Aspekte:

  • Identifikation (mit dem Projekt / der Aufgabe),
  • Selbstmotivation und
  • Selbstverantwortung.

Im Umgang mit diesen drei Aspekten sind drei Spezies von Projektmitarbeitern zu beobachten: Beobachter, Springer und Spieler

  • Haben sich die Mitarbeiter noch nicht mit einem Thema identifiziert, dann sind sie Beobachter. Sie halten sich in der Projektmitarbeit zurück, sind möglichweise still in Besprechungen oder fangen Diskussionen um Nebenkriegsschauplätze an, weil sie am Gesamtziel zweifeln. Zur Übernahme von Aufgaben wollen sie erst (mühsam) motiviert werden. Sie wollen keine Verantwortung übernehmen.
  • Springer nehmen manchmal am Projektgeschehen teil, manchmal aber auch nicht. Sie sind noch unsicher, welche Rolle sie im Projekt haben. Ihre Identifikation mit dem Projekt ist noch schwach. Selbstmotivation und Selbstverantwortung schwanken. Wenn es eng wird, springen sie von einer Aufgabe ab.
  • Spieler kennen ihren Platz im Projekt. Sie identifizieren sich mit ihrer aktuellen Projektaufgabe und dem Projektziel. Sie sind motiviert und übernehmen Verantwortung für ihr Thema.

Um den Projekterfolg sicherzustellen, muss der Projektleiter die drei Aspekte der Verantwortungsübernahme (Identifikation, Selbstmotivation und Selbstverantwortung) selbst vorleben.

Dann sollten in erster Linie die Spieler im Projekt gefördert werden, um eine Verantwortungskultur zu entwickeln. Dazu gehört auch eine smarte Aufgabendefinition und die Ablehnung von Ausreden.

Der Projektleiter sollte ansprechen, dass ihm Identifikation, Selbstmotivation und Selbstverantwortung wichtig ist und erklären, was er damit meint.