Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv
 

Es gibt drei Steuergrößen in Projekten, die in engem Zusammenhang stehen. Diese werden im sog. magische Dreieck verdeutlicht:

  • Termine (time),
  • Kosten (budget) und
  • Inhalt- und Umfang (scope).

Diese drei Steuergrößen beschreiben den Status eines Projekts und definieren am Ende auch den Projekterfolg.
Der Projektmanager klärt zu Anfang eines Projekts im Rahmen der Auftragsklärung immer diese drei Größen und welche die Prioritätsreihenfolge diese Größen beim Auftraggeber haben. (Also ist im z.B. Die Einhaltung des Termins wichtiger als die Kosten, weil das Produkt schon im Markt angekündigt wurde.)

Die eindeutige Beschreibung von Inhalt- und Umfang (und abgrenzend vom Nicht-Umfang), die geplanten Kosten und der Fertigstellungszeitpunkt der Teilprodukte werden im Projektauftrag festgehalten und von Auftragnehmer und Auftraggeber abgezeichnet.
Wenn es im Projektverlauf zu Veränderungen kommt (es wird zu Veränderungen kommen!), bereitet der Projektmanager dem Auftraggeber Entscheidungsvorlagen vor, welche die Prioritäts-Reihenfolge beachten. Diese Änderungen kommen in der Regel durch Änderungsanfoderungen des Auftraggeber, veränderte Rahmenbedingungen oder dem Eintreten von Risiken zu Stande.
In Firmen deren Organisationsform Ressourcenkonflikte nahelegt (z.B. Matrixorganisation) wird manchmal eine vierte Steuergröße Personal beschrieben. Auch wenn Personal sonst ein Teil der Kosten ist (eben Personalkosten), kann es für ein Projekt entscheident sein, bestimmte Personen im Projekt zu haben. Dann sollte dies explizit beschrieben sein.
Wird eine dieser Größen verändert, so hat dies im Projekt auf mindestens eine der beiden anderen Seiten des Dreiecks eine Auswirkung.
Magisches Dreieck im Projektmanagement

 

Beispiel

Stellen Sie sich vor, kurz nach Projektstart wird der Endtermin signifikant nach vorne verlegt.
Dies wird entweder auf die Kosten, auf den Inhalt oder auf die Qualität Einfluß haben: Der PM könnte in Absprache mit den Stakeholdern den Projektumfang kürzen. Ist dies nicht erwünscht, kann der PM prüfen in wie weit er durch Paralellisierung und zusätzliches Personal den Inhalt- und Umfang umsetzen kann. Hierdurch sind die Kosten betroffen, da ein Mehr an Personal auch immer bedeutet, dass mehr Koordinationsaufwände entstehen. Die Dritte Möglichkeit ist eine Kürzung bei den Qualitätssichernden Maßnahmen.
Der PM hat die Aufgabe, den Stakeholdern die Auswirkungen der Zeitkürzung aufzuzeigen: Denn die Reaktion auf die Zeitkürzung kann nur mit den Stakeholdern getroffen werden, um das Projekt nicht zu einem Mißerfolg zu machen.
Der fachliche Auftraggeber wird eine Kürzung des Umfangs vermeiden wollen, die Controllingabteilung des Auftraggebers wird dagegen eine Kostenerhöhung vermeiden wollen. Die Reduktion des Qualität des Projektergebnisses wird auch selten Zustimmung finden.